Private Immobilienertragsteuer in Österreich – ein Überblick

Lesezeit < 1 Minute Lesezeit Was beinhaltet die Immobilienertragssteuer, wie wird sie errechnet und in welchem Fall muss man keine Immobilienertragssteuer bezahlen?

04.12.2022
Eigentum
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Die Immobilienertragsteuer (ImmoESt) regelt die Besteuerung von Gewinnen aus der Veräußerung von Grundstücken durch die Einkommensteuerpflicht.

Wie wird die Immobilienertragsteuer errechnet?

Zur Berechnung der Immobilienertragsteuer müssen die Anschaffungskosten vom tatsächlichen Verkaufspreis abgezogen werden. Je nachdem, ob es sich um ein „Neu-Grundstück“ oder „Alt-Grundstück“ handelt, werden sie unterschiedlich bemessen.

Gut zu wissen: Die Immobilienertragsteuer wird nicht beim Erwerb eines Grundstücks, sondern bei seiner Veräußerung fällig. Unter Grundstücke fallen bei der Immobilienertragsteuer neben Grund und Boden, auch Gebäude und grundstücksgleiche Rechte, wie ein Baurecht. 

Versteuerung von „Neu-Grundstücken“

Für Grundstücke, die nach dem 31. März 2002 erworben wurden, können die tatsächlichen Anschaffungskosten vom Verkaufserlös abgezogen werden. Der daraus resultierende Gewinn wird mit 30 Prozent versteuert.

Versteuerung von „Alt-Grundstücken“

Für Grundstücke, die vor dem 31. März 2002 erworben wurden, können 86 Prozent des Verkaufserlöses pauschal als Anschaffungskosten angesetzt werden. Die verbleibenden 14 Prozent werden mit 30 Prozent versteuert. Das ergibt eine Gesamtbelastung von 4,2 Prozent vom Verkaufserlös. 

Bitte beachten Sie eventuelle Sonderregelungen in Bezug auf Umwidmungen.

Weitere Informationen finden Sie unter: wko.at/service/steuern 

Wann zahlt man keine Immobilienertragsteuer?

Die Immobilienertragsteuer entfällt bei:

  • Schenkung oder Erbschaft
  • Hauptwohnsitz bis 1.000 m2 Grund und Boden
    Achtung: Gilt nur, wenn der Steuerpflichtige vor dem Verkauf entweder ab der Anschaffung/Herstellung (= Zeitpunkt der Fertigstellung) und für mindestens zwei Jahre oder für mindestens fünf Jahre innerhalb der letzten zehn Jahre als Hauptwohnsitz vor Ort gemeldet war.
  • Herstellerbefreiung: Sie gilt dann, wenn der Steuerpflichtige die Errichtung des Gebäudes gezahlt hat
    Achtung: Das gebaute Gebäude ist aus der Immobilienertragsteuer ausgenommen, der Grund und Boden muss aber versteuert werden.
  • Immobilie mit Einkünften in den letzten 10 Jahren (z. B. Mieteinnahmen)
  • Tausch und Enteignung

Gut zu wissen: Treffen sowohl die Herstellerbefreiung und die Hauptwohnsitzbefreiung zu, so hat die Hauptwohnsitzbefreiung Vorrang und kommt zur Anwendung. 

Mehr dazu unter: oesterreich.gv.at

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